Tipps für das perfekte und professionelle Bewerbungsfoto

Die meisten dieser Tipps gelten nicht nur für Bewerbungsfotos, sondern für jede Art von “Erfolgsportrait’”.


Kleidung für das Bewerbungsfoto muss passen!

Kleidung für das Bewerbungsfoto muss passen!

0. Vorbemerkung: Braucht man überhaupt noch ein Bewerbungsfoto?

Nein. Sie brauchen kein Bewerbungsfoto. Wenn Sie eine Bewerbung ohne Foto an Ihr Wunschunternehmen senden, wird der zuständige Mitarbeiter dort aber mit ziemlicher Sicherheit bei Xing, Linkedin oder gar Facebook nach Ihnen suchen. Dort sollten Sie dann kein Partyfoto verwenden, sondern ein professionelles Businessportrait.

1. Ihr persönliches Wohlfühlprogramm

Ganz wichtig: Ihr persönliches Wohlfühlprogramm

• Gehen Sie am Vorabend früh zu Bett.

• Hetzen Sie bitte nicht.

Ich habe schon erlebt, dass Kunden auf die Sekunde pünktlich zum Shooting erschienen. Durchgeschwitzt, mit verklebten Haaren und nassem Hemd. Wenn Sie sich verspäten, rufen Sie mich kurz an, damit ich Bescheid weiß - und dann kommen Sie bitte maximal gechillt zu mir.

2. Welche Kleidung trage ich für mein Bewerbungsfoto?

Gleich vorweg: verkleiden Sie sich nicht. Wenn Sie sich verkleiden, verbiegen Sie Ihre Seele. Was also tragen Sie auf Ihrem Foto? Kommt auf Sie/Ihren Job/Ihren Geschmack an. Für die richtige Kleidung beim Bewerbungsfoto gibt es leider keine allgemeingültige Formel. Jede Branche und jede Firma hat eigene Regeln und Erwartungen. Banker, Juristen, Berater, Manager aus den meisten Bereichen, Ärzte, Apotheker tragen meist ein klassisches Business-Outfit, also Anzug und Krawatte für Herren, Top/Bluse und Blazer für Damen. Wählen Sie Ihre Kleidung nicht zu hell, das lenkt von Ihrem Gesicht ab.

Für Damen gilt:

Meist ist bei Damen ein Oberteil ohne Kragen viel schöner, weil man bei einer Bluse mit Kragen oft nicht weiß wohin damit. Unter den Kragen des Blazers? Oder darüber? Oder wie?

Schauen Sie sich die weiblichen Minister der aktuellen Bundesregierung an. Außer Frau von der Leyen trägt kaum eine der Ministerinnen eine Bluse! Wir können gern beides probieren, wenn Sie sich nicht sicher sind. Ein Rundhals-Top macht sich übrigens meist besser als ein Top mit V-Ausschnitt, wenn Sie Ihr Foto im Querformat verwenden.

Ein wenig dezenter Schmuck darf sein! Einfach mitbringen. Weglassen geht immer, aber wenn Sie Ihre Halskette nicht dabeihaben und wir stellen fest, dass eine Kette vorteilhaft wäre, gucken wir in die Röhre.

Für Herren gilt:

Ein absolutes No-go. Hemd und Sakko zu klein. Das sieht sch… aus.

Ein absolutes No-go. Hemd und Sakko zu klein. Das sieht sch… aus.

Tragen Sie eine Krawatte, dann auch unbedingt ein Sakko. Eine moderne Krawatte bitte. Googeln Sie: "Krawatten Trends". Die Krawatten bitte sorgfältig transportieren, entweder gerollt oder in einer Krawattenschachtel (Box/Etui). Seit mindestens zwei Jahren stell ich übrigens fest, dass sehr viele Herren gerne ein Foto ohne Krawatte nehmen! Selbst in den obersten Etagen.

Gilt für alle Geschlechter:

Bitte vermeiden Sie Kleidung mit Streifen oder wilden Mustern. Dies kann bei der Darstellung auf einem Bildschirm zu Flimmern führen (Moiré-Effekt).

Kleidung muss passen!

Prüfen Sie den Sitz Ihrer Kleidung. Zu groß oder zu klein führt nicht zu besseren Bildern. Bei einem Oberhemd, das mit Krawatte getragen wird, sieht es besser aus, wenn Sie den obersten Hemdknopf schließen. Zu groß ist allerdings auch nicht schön, denn nur wenn der Kragen am Hals anliegt, ist es ein schöner Anblick. Kann man zwischen Hals und Hemdkragen bis zum Bauchnabel schauen, ist das Hemd zu groß!

Auch ein Sakko darf gerne gut geschnitten sein. Sonst sieht das nämlich so aus wie hier. (Danke Jan fürs “modeln”!)

Sie erhalten Ihre Fotos in hoher Auflösung, dabei werden möglicherweise Flecken sichtbar, die Sie mit bloßem Auge nicht sehen. Bitte deshalb mit frisch gereinigter Kleidung zum Shooting erscheinen.

Für handwerkliche Berufe geht natürlich auch ein gepflegtes Freizeit-Outfit. Auch ein Jugendlicher, der sich um eine Lehrstelle bewirbt, darf lockerer aussehen, als ein Banker oder Jurist. Das Rammstein-T-Shirt muss es aber auch nicht sein. In handwerklichen Berufen gefällt mir eine Requisite. Zum Beispiel ein riesiger Schneebesen.


3. Bewerbungsfoto mit oder ohne Brille? Sitzt die Brille korrekt?

Eine Brille mit verkratzen Gläsern, die auch noch schief sitzt, ist nicht geeignet. Besuchen Sie vor dem Shooting noch einen Optiker, der alles in Ordnung bringt. Wenn Sie beabsichtigen mit Brille in Ihr Job-Interview, zu Ihrem Vortrag, Ihrer PK etc. zu erscheinen, trage Sie diese Brille bitte auch auf dem Foto. So vermeiden Sie eine kurze Irritation gleich zu Beginn, wenn Sie wegen der Brille (oder weil Sie keine tragen) nicht gleich erkannt werden!


4. Muss man auf einem Bewerbungsfoto lächeln?

Sie müssen gar nichts! Für einen kompetenten Eindruck müssen Sie nicht unbedingt lächeln, das kann sogar manchmal kontraproduktiv sein, vor allem auf höheren Levels. Ihr Foto muss Lust auf ein Gespräch mit Ihnen machen!


5. Geht ein altes Foto für die Bewerbung?

Fragen Sie Ihre beste Freundin/Ihren besten Kumpel. Vermeiden Sie peinliche Situationen mit einem zu alten Foto.


6. Reicht für eine Bewerbung nicht ein Passbild?

Wer denkt, ein einfaches Passbild reicht als Bewerbungsfoto aus, liegt komplett falsch. Ein Bewerbungsfoto dient nicht der Identifikation, sondern vielmehr der Darstellung Ihrer Persönlichkeit. Wenn es gut ist!


7. Ist ein Querformat nicht komisch für eine Bewerbung? Ist das Hochformat für meine Bewerbung nicht besser?

Für das Format eines Bewerbungsfoto gibt es heute keine strengen Regeln mehr. Sie möchten auffallen das können Sie vielleicht auch mit dem Format Ihres Fotos. Tendenziell würde ich als älterer Bewerber eher ein ungewöhnliches Format wählen. Der frische Eindruck lenkt von Ihrem Alter ab. :-) Ich darf das sagen - ich bin auch schon 57.

8. Welche Größe hat ein Bewerbungsfoto?

Auch hier gibt es keine unbedingt einzuhaltenden Regeln. Üblich ist für ein Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf eine Größe von 45 x 60 mm. Ein Foto auf einem Deckblatt darf größer sein!



9. Darf ein Bewerbungsfoto schwarz-weiß sein?

Ja! Das hat sogar einen Vorteil. Außer Fotografen, Grafikern und Designern verwendet kaum jemand einen “kalibrierten” Monitor. “Kalibriert bedeutet, dass die Farben genau so aussehen wie in Wirklichkeit. Ein Farbstich ist nicht so selten und wer möchte schon so aussehen als habe er Gelbsucht oder zu lange in der Sonne gebraten? Bei einem Schwarz-Weiß-Foto fallen solche Fehler gar nicht oder weniger auf.


9. Wohin kommt das Bewerbungsfoto?

Das Bewerbungsfoto wird üblicherweise oben rechts auf dem Lebenslauf eingefügt. Auf einem Deckblatt ist man flexibler.

Mit welchem Programm schreibt man eine professionelle Bewerbung?

Häufig wird WORD verwendet, um eine Bewerbung zu schreiben. Es geht aber natürlich auch mit den etablierten Word-Alternativen LibreOffice und OpenOffice Writer. Auch mit der Web-App Google Docs kann man eine schöne Bewerbung schreiben. Für Apple-Fans und Mac-User gibt es natürlich auch noch “Pages”.


10. Wie kommt mein Bewerbungsfoto auf meinen Lebenslauf?

In allen genannten Programmen kann man ein Foto einfügen. In WORD geht es einfach mit dem Befehl “Einfügen”. Sie wählen “Bilder” aus und suchen dann nach dem Foto auf Ihrem Rechner. Oben rechts vom Foto gibt es ein kleines Kästchen mit Layout-Optionen, dort wählen Sie aus “hinter den Text” und können dann das Foto frei verschieben. Wenn Sie Hilfe benötigen rufen Sie mich an. Kostet nichts.


11. Was ist das Nutzungsrecht? Darf ich mit dem Foto alles machen?

Sie kaufen bei mir kein Foto, sondern das Recht, ein Foto zu verwenden. Ich mache es Ihnen und mir leicht. Sie erhalten die kompletten Nutzungsrechte und dürfen mit dem Foto machen, was Sie wollen. SIE dürfen das. Möchten Sie Ihr Foto weitergeben, z.B. an Ihren neuen Arbeitgeber, damit er Sie mit dem Foto vorstellen kann, dann müssen Sie mich fragen. Ich erlaube das dann kostenfrei, wenn ich als Fotograf genannt werde.